Titelbild - BGH-Urteil zu Anwaltshonoraren: Klare Kante gegen das Kleingedruckte

BGH-Urteil zu Anwaltshonoraren: Klare Kante gegen das Kleingedruckte

Als ich letztens durch den Prenzlauer Berg radelte und an einer dieser Anwaltskanzleien vorbeikam, musste ich an einen Kunden denken. Sein Problem war damals nicht der Rechtsstreit selbst – sondern die Rechnung, die ihn am Ende völlig kalt erwischte. Das ist der Punkt, an dem viele Berliner aufwachen und feststellen, dass ein Vertrag nur so viel wert ist wie das, was im Kleingedruckten steht.

Der Bundesgerichtshof hat jetzt endlich ein Machtwort gesprochen: Anwaltliche Honorarvereinbarungen müssen ab sofort glasklar sein. Wer seinen Mandanten zur Kasse bittet, muss transparent machen, welche Tätigkeiten genau abgerechnet werden. Früher wurde oft mit schwammigen Klauseln gearbeitet, die den Mandanten im Ernstfall mit Kosten konfrontierten, mit denen er nicht rechnen konnte. Das ist nun rechtlich sauberer geregelt. Der BGH fordert endlich echte Bestimmtheit.

Wer sich heute für eine Rechtsschutzversicherung in Berlin interessiert, weiß meistens schon, wie schnell rechtliche Auseinandersetzungen ins Geld gehen. Die Anwaltskosten sind oft der größte Brocken, noch bevor die erste Gerichtsgebühr überhaupt auf dem Tisch liegt. Dass der BGH hier den Schutz des Mandanten stärkt, ist ein notwendiger Schritt. Aber seien wir ehrlich: Auch ein glasklarer Vertrag schützt dich nicht vor den Kosten, die entstehen, sobald ein Prozess erst einmal rollt.

Ich sehe das in meiner Beratung fast wöchentlich: Die Menschen haben Angst vor dem finanziellen Risiko und zögern deshalb, ihr Recht einzufordern. Sie lassen sich einschüchtern, weil sie fürchten, bei einer Niederlage auf einem fünfstelligen Betrag sitzen zu bleiben. Das ist der falsche Ansatz. Wenn du zu deinem Recht kommen willst, solltest du dich nicht fragen müssen, ob du dir den Anwalt leisten kannst, während die Gegenseite nur auf dein Zögern wartet.

Es geht nicht darum, den Anwalt zu vermeiden, sondern darum, ihn ohne Sorgen vor der nächsten Rechnung einzuschalten, wenn es darauf ankommt. Ein klarer Anwaltsvertrag ist die halbe Miete, die Absicherung gegen das Kostenrisiko die andere Hälfte. Wer hier spart, spart am falschen Ende.

Mein Impuls für dich: Lies dir jede Vergütungsvereinbarung genau durch, bevor du den Stift ansetzt. Und wenn du sichergehen willst, dass dein Budget bei einem Rechtsstreit nicht direkt unter dem ersten Anwaltsbrief kollabiert, lass uns einmal unverbindlich schauen, ob dein Schutz tatsächlich zu deinem Leben passt.

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Quelle: Haufe Recht | Bild: Foto von Arlind D auf Pexels