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Schwunghafter Handel mit Flensburgpunkten: Warum du davon die Finger lassen solltest

Es ist dieser eine Moment auf dem Weg zur Arbeit, der dir den ganzen Tag verhageln kann. Du stehst auf dem Stadtring im Stau, kommst keinen Zentimeter voran und weißt genau, dass du den Termin in Potsdam niemals pünktlich schaffst. Der Frust wächst, die Nerven liegen blank und plötzlich übersiehst du das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung. Es blitzt. Ein paar Wochen später landet der Brief in deinem Briefkasten und die Zahl deiner Punkte in Flensburg klettert gefährlich in die Höhe.

In so einer Situation wirkt ein Angebot im Netz wie eine Rettung in höchster Not. Wer im Internet nach Hilfe sucht, stößt schnell auf den Schwunghaften Handel mit Flensburgpunkten. Portale versprechen dir dort, dass du deine Punkte gegen ein gewisses Entgelt einfach an einen sogenannten Strohmann abgeben kannst. Es klingt simpel, bequem und fast schon wie eine legale Lösung für ein echtes Problem. Ich sage dir aber ganz offen: Finger weg von solchen dubiosen Geschäftemachern.

Das musst du wissen – der Fakten-Check

  • Strafbare Handlung: Wer eine andere Person als Fahrer benennt, die gar nicht am Steuer saß, begeht eine Straftat. Das nennt sich falsche Verdächtigung und kann dich weit teurer zu stehen kommen als ein verlorener Führerschein.
  • Keine Garantie: Viele dieser Anbieter sind schlichtweg Betrüger. Sie kassieren dein Geld im Voraus, leisten aber nichts, und du stehst am Ende nicht nur mit deinen Punkten, sondern auch mit deinem finanziellen Verlust da.
  • Behörden sind wachsam: Die Straßenverkehrsbehörden kennen diese Maschen inzwischen genau. Wenn Fotos und Angaben nicht zusammenpassen, prüfen die Sachbearbeiter das sehr gründlich – und dann wird es richtig ungemütlich.
  • Kein Schutz vor Folgen: Selbst wenn der Deal klappen sollte, hast du das eigentliche Problem nicht gelöst. Deine Fahrweise bleibt, der nächste Blitzmoment kommt bestimmt, und dann bist du wieder genau dort, wo du angefangen hast.

Die Behörden haben mittlerweile Methoden, um solche Konstrukte aufzudecken, und wer einmal in das Visier der Ermittler gerät, kommt da so schnell nicht wieder raus.

Ich habe in meinem Berufsleben schon oft genug gesehen, wie Menschen aus reiner Panik vor dem Führerscheinverlust Entscheidungen getroffen haben, die sie später bitter bereut haben. Niemand verliert gerne seine Fahrerlaubnis, besonders nicht, wenn man beruflich darauf angewiesen ist oder in Brandenburg lebt, wo der nächste Bahnhof nicht immer um die Ecke liegt. Aber dieser "Punktehandel" ist keine Absicherung, das ist ein Glücksspiel mit deiner juristischen Existenz.

Wenn du tatsächlich einmal Post bekommst und dir über die Konsequenzen unklar bist, ist der Weg zum Anwalt oder der Blick in den passenden Versicherungsschutz die deutlich klügere Wahl. Ein guter Verkehrs-Rechtsschutz hilft dir dabei, deine Rechte zu wahren, anstatt dich in eine strafbare Grauzone zu begeben, aus der du dich kaum noch befreien kannst. Mein Rat ist simpel: Setz nicht alles auf eine Karte, nur weil du gerade unter Druck stehst. Berlin verzeiht vieles – die Justiz bei vorsätzlichem Betrug eher nicht.

Passt das auf deine Situation?

15 Minuten reichen oft – ich sag dir ehrlich, ob du gut aufgestellt bist oder nicht.

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Quelle: Haufe Recht | Bild: Foto von Laura Tancredi auf Pexels